Wir können auf einen richtig schönen siebten Kongress zurückblicken! Dieses Jahr fanden ca. 180 Teilnehmende ihren Weg in die Räumlichkeiten der Don Bosco Schule. Vier Tage voller Programm standen wieder an: von Workshops über die analytische Großgruppe bis hin zu Podiumsdiskussionen und abwechslungsreichen Abendveranstaltungen. In den Pausen zwischen den Programmpunkten bot sich reichlich Gelegenheit zum Austausch und Vernetzen. Abgerundet wurde der Kongress durch eine tolle Improtheater-Performance!
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Teilnehmenden und Referierenden bedanken: Danke für euer Kommen, eure großartigen Beiträge und den wertvollen Austausch! 🧡
Mit den folgenden Impressionen laden wir euch ein, entweder in Erinnerungen zu schwelgen und den Kongress 2025 Revue passieren zu lassen, oder neugierig zu entdecken, was euch vielleicht beim nächsten Kongress erwarten könnte.
Demut. Ein Begriff, der sicherlich nicht gleich Freudensprünge auslöst. Warum haben wir uns für dieses Kongressmotto entschieden? Steht das Psychotherapieforum mittlerweile im Dienst einer religiösen Propaganda, mit dem Ziel, überholte Wertesysteme zu vermitteln? Demut klingt für manch einen in erster Linie nach Unterwerfung und Erniedrigung, nach einem Entstehen von Oben und Unten, in dem man den Kürzeren zieht, nach Opfer. Themen, die in unserer freiheitsliebenden Gesellschaft mit großen Wünschen nach Autonomie und Selbstverwirklichung, keinen guten Ruf genießen. Warum also? Was steckt noch hinter dem Begriff der Demut, das vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist? Eine Beschreibung, auf die wir in unseren Recherchen gestoßen sind, ist Demut als „würdevolle Selbstrelativierung“ zu betrachten. Das klingt doch mal klug, irgendwie bedeutsam und macht neugierig. Würdevoll klingt nicht nach der Schmach einer Erniedrigung, nicht nach Niederknien und Stiefellecken, sondern nach gelassenem Stehenbleiben, innerem Aufrichten und einem kleinen Schmunzeln im Gesicht. Damit sind wir von Hochmut noch weit entfernt. Der demütige Ikarus entkommt seinem Gefängnis, landet sicher im nächsten Dorf, gründet eine glückliche Familie und lässt die Sonne Sonne sein. Moment! Jetzt wird’s kitschig. Wo sind da denn die Gefühle der Ohnmacht, der Angst und Verzweiflung? Wir merken, die Demut macht es uns nicht leicht sie zu greifen. Vielleicht ist Demut eher der Weg als das Ziel, eher ein Prozess als ein Zustand.
Wir sind neugierig, die Demut mit Euch gemeinsam näher zu erforschen. Wie können wir sie mit uns selbst und unserem Leben in Verbindung bringen? Welche Rolle spielt sie für die therapeutische Arbeit und Haltung?
Wir freuen uns, Euch für diese Fragen und spannende Tage wieder beim Psychotherapiekongress in Würzburg begrüßen zu dürfen!